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60 Jahre Flugplatz Anspach

12. April 2017 geschrieben von  

„60 Jahre Flugplatz Anspach“ unter diesem Motto feiert in diesen Tagen der Luftsportclub Bad Homburg (LSC) das 60-jährige Bestehen seines Fluggeländes am Erlenbach zwischen den Ortschaften Neu-Anspach, Wehrheim und Obernhain.

Genau am 14.April 1957, eine Woche vor Ostern, starteten die ersten beiden Segelflugzeuge des noch jungen Vereins auf den Wiesen des Erlenbachtals. Da hatte der 1951 gegründete LSC auf der Suche nach einem geeigneten Fluggelände bereits eine sechsjährige Wanderschaft im Vordertaunus hinter sich: Mit Stationen in  Bad Homburg, Merzhausen, Egelsbach, Harheim, Meusfelden, Kirdorf, Schimmwiese, Ockstadt, Gelnhausen und Seulberg. Nach und nach konnten später die Grundstücke von den Bauern erworben werden und heute fliegt der Verein komplett auf eigenem Gelände. Der LSC engagiert sich auch im Naturschutz und hat unter anderem eine Patenschaft für den angrenzenden Erlenbach übernommen mit  Befestigungen der Uferböschung und jährlicher Reinigung. Dafür wurde dem LSC von der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung mehrfach die „Blaue Flagge“ verliehen.

Entdeckt hatte die wunderschön gelegene Talaue im Usinger Land Gründungsmitglied Gerhard Heinecke – er hat diese Historie auf der Homepage des LSC dokumentiert (Verein/Vereinsgeschichte). Erst nach zähen Verhandlungen mit den Bauern konnte das Gelände nach und nach für die Luftsportler erschlossen werden. Das und der Selbstbau der ersten beiden Segelflugzeuge nach der Aufhebung des aliierten Flugverbotes war eine mühevolle Aufbauarbeit der Gründungsmitglieder, denn Geld zum Kauf fertiger Flugzeuge fehlte in den Nachkriegsjahren, auch Matrialien waren Mangelware! Zu dieser Zeit wurde noch alles in Eigenarbeit erledigt, sogar der Bau von Clubheim, Tower und Flugzeughalle - eine im unter wirtschaftlicher Not leidenden Nachkriegsdeutschland sehr schwierige Aufgabe. Um so größer war dafür das ehrenamtliche Engagement aller Mitglieder, unter denen sich – damals wie heute -  alle handwerklichen Fähigkeiten fanden. Bis heute werden Reparaturen, Betrieb und Schulung ausschließlich in Eigenregie und rein ehrenamtlich durchgeführt: Es gibt im LSC keine einzige bezahlte Kraft.

Das Clubheim ist zentraler Anlaufpunkt auch außerhalb der Flugbetriebzeiten und ganzjährig an den Wochenenden, sowie Mittwoch nachmittags geöffnet. Mitglieder organisieren dort die Bewirtung und auch erholungssuchende Wanderer, Radfahrer und Reiter sind jederzeit willkommen.  Der LSC legt auch sonst großen Wert auf eine harmonische Nachbarschaft mit seinen Anliegern und mit der Bevölkerung. So wird für die Segelflugzeuge der umweltfreundliche und lautlose Windenstart bevorzugt. Für die Motorflugzeuge gilt eine genau festgelegte Platzrunde, die das Überfliegen bewohnter Gebiete vermeidet. Auch wurden alle Flächen und Gebäude in Form und Farbgebung naturverträglich gestaltet. In der Geschichte des Vereines gab es zwei Fusionen: Einmal 2004 mit dem Oberurseler „Segelflugclub Arthur Martens e.V.“ (AMC) und 2011 mit dem Frankfurter  „Flugtechnischer Verein 1909 e.V.“

Sportlicher Schwerpunkt beim LSC ist der Segelflug. Junge Flugschüler dürfen ab Lebensalter 14 Jahre ausgebildet werden und bereiten sie sich theoretisch und praktisch auf die staatliche Prüfung für den Luftfahrerschein (mit 16 Jahren) und das Funksprechzeugnis vor. Beim Streckensegelflug ist der LSC eines der Leistungszentren in der Welt. Bei zentralen Wettbewerben wie Welt-, Europa-, oder Deutschen Meisterschaften belegten Piloten des LSC viele vordere Plätze. Beim dezentralen Wettbewerb „Online Contest“ (OLC) belegte der Verein in den vergangenen Jahren immer einen der vorderen Plätze. In Hessen steht der LSC seit vielen Jahren unangefochten mit großem Abstand an der Spitze der 118 Vereine und fliegt als Mannschaft in der 2. Bundesliga des OLC mit. Bei insgesamt über 2.500 Starts wurden im antriebslosen, nur von Sonnenenergie gespeisten Segelflug etwa 100.000 Kilometer zurück gelegt: Eine Strecke, die zweieinhalb mal um die Erde reicht. Jedes Jahr nehmen Piloten des LSC auch an zentralen Meisterschaften, bis hin zu den Deutschen Segelflugmeisterschaften teil.

Der Verein tritt aber auch selber als Veranstalter auf. Großereignis in der Region ist seit über 30 Jahren das jährlich Ende August für die Bevölkerung veranstaltete „Taunus-Flugfest für die ganze Familie.“ An dem Wochende – dieses Jahr am 26./27.August - werden ein zweitägiges Flugprogramm, Rundflüge, Fallschirmsprünge und zahlreiche andere Attraktionen für jede Altersstufe angeboten. Das jährliche Segelfluglager, Streckenflug- und Kunstflugwettbewerbe sind weitere Aktivitäten, in die viele Mitglieder als Helfer eingebunden sind. Der Flugzeugpark umfaßt jeweils zwei Doppel- und Einsitzer für die Schulung in Holz/Stahlrohr Gemischtbausweise, einen Hochleistungs-Kunststoffdoppelsitzer und drei Hochleistungssegelflugzeuge ebenfalls in Kunststoffbauweise. Jeweils zwei  Motorsegler und Schleppflugzeuge vervollständigen diese Flotte. Zahlreiche andere Segelflugzeuge von Privathaltern sind am Platz stationiert und werden im Verein beim gemeinsamen Flugbetrieb mit eingesetzt.

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