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Wandersegelflug vom Erlenbachtal bis in die Alpen

24. Juli 2020 geschrieben von  

Bewegen sich die Segelflieger des Luftsportclub Bad Homburg (LSC) normalerweise im Platzbereich, oder führen eintägige Streckenflüge in Deutschland, beipielsweise zur Saarschleife, oder an den Thüringer Wald durch, so gelang Fluglehrer Gerd Spiegelberg jetzt ein aufsehenerregender neuntägiger Wandersegelflug nach Südfrankreich!

Der führte ihn vom Flugplatz im Erlenbachtal nach Niederöblarn/Österreich und weiter nach Sion (Schweiz), Puimoisson (Frankreich), Olten (Schweiz) und nach 2.100 Kilometern wieder zurück nach EDFA, wie der Platz zwischen Neu-Anspach,Wehrheim und Obernhain offiziell genannt wird. Das bemerkenswerte an den rund 32 Flugstunden war die fast ausschließliche Durchführung im treibstofflosen Segelflug, also mit Sonnenenergie: Das ist die sportliche Herausforderung! Der eingebaute Klappmotor wurde nur ein einziges mal kurz zur Überwindung einer Paßhöhe eingesetzt!

„Ich liebe das Segelfliegen in den hohen Bergen“ - dafür ist Spiegelberg bekannt und dort, in den Alpen hat er von allen Clubmitgliedern die meiste Erfahrung, kennt alle Gipfel, Pässe und Täler wie seine Westentasche. Aber auch das nötige Glück ist erforderlich um die verschiedenen Wetterräume zwischen Flachland und Hochalpen im thermischen Segelflug zu überbrücken - „der Einstieg in die Alpen ist immer sehr sportlich. Wer kennt nicht die Schilderungen von plötzlichen Wetterumschwüngen im Gebirge?“ so Spiegelberg in seinem Bericht. Nach Durchzug einer Kaltfront am Vortage kündigte sich für den 23. Juni eine stabile Wetterlage mit günstigen Startbedingungen im Taunus an, für eine Route über den Bayrischen Wald. Für die Folgetage waren auch für die Zentralalpen sehr gute meteorologische Bedingungen prognostiziert. „Ich hatte den Flug ausgesprochen sorgfältig geplant, auch alle Reiseutensilien nach Checkliste vorbereitet, denn in einem Segelflugzeug sind die Platzverhältnisse sehr begrenzt!“ Gleich bei der ersten Etappe warteten einige Herausforderungen auf den Segelflieger: Schon im Taunus war die Thermik entgegen der Vorhersage überraschend schwach! „An den ersten Bergen und Felsgraten angelangt, gestaltete sich der Einstieg ins hohe Relief recht schwierig, weil es mir einfach nicht gelingen wollte, einen geeigneten Aufwind zu finden, um über die vor mir liegenden Bergkämme zu springen. Erst nach einem ordentlichen Höhenverlust auf der Suche nach einem geeigneten Aufwind, hob mich kräftige Thermik kreisend hoch über die ersten Vorberge. Die starken Aufwinde an den nördlichen Felswänden des toten Gebirges erlaubten jetzt den finalen Gleitflug zu meinem ersten Etappenziel, der Alpenflugschule Niederöblarn“ so Spiegelberg nach den ersten 630 Kilometern.

Ein Abenteuer ist beim Wandersegelflug immer auch die Übernachtung – man weiß ja vorher nie genau, wo man landen wird und was einen dort erwartet. „Aber die dem Flugplatz angegliederte Sportschule bot komfortable Unterkunft und ein ordentliches Abendessen. Die großen Hallen an diesem österreichischen Segelflugzentrum erlaubten sogar die nächtliche Unterstellung meines Flugzeuges“ - Fliegerkameraden auf der ganzen Welt helfen sich halt gegenseitig! Spiegelbergs Originalbericht, ergänzt um zahlreiche eindrucksvolle Fotos aus dem Cockpit lassen die Schönheit der Natur und die Faszination, sich in dieser Welt ohne Motor zu bewegen, erahnen.

 

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